Universitätsklinik Teheran

 

Die Holzmann AG kann aus ihrer 150 jährigen Geschichte auch zahlreiche Bauten im Ausland vorzuweisen. Die Schwerpunkte lagen hier zum einen in Südamerika und zum anderen im Nahen Osten. Bereits mit dem Bau der Bagdadbahn 1909 bis 1918 und des Hafens in Suez in Ägypten wurde die erste Projekte in dem Gebiet realisiert. Als dann 1935-36 der Bahnhof in Teheran und somit das erste Stahlbetongebäude in Persien von der Holzmann AG errichtet wurde, hatte sich Holzmann vor Ort bereits einen Namen gemacht.

Bereits im Jahr 1928 wurde von der iranischen Regierung der Bau der Universitätsklinik in Teheran beschlossen. Nachdem Ernst Kopp, Facharchitekt für den Krankenhausbau, 1937 die Pläne lieferte, konnte die Philipp Holzmann AG 1938 schließlich die Ausschreibung für sich entscheiden.

Die Universitätsklinik Teheran sollte das mit 500 Betten größte und auch modernste Krankenhaus in Persien werden. Hierher sollten unter anderem die vielen kleinen Ambulanzen aus der Umgebung, der wachsenden Metropole Teheran, ziehen. Das für den Bau vorgesehene Grundstück maß 500x500m und lag während der Bauphase nahezu ohne Nachbarn vor dem angrenzenden Elbursgebirge, dessen größte Erhebung, der Demavent, ebenfalls in die Dokumentationen Eingang fand.

Der Komplex wurde in Stahlbetonskelettbauweise von 1939 bis 1941 errichtet. Neben dem Hauptgebäude, dessen einzelne Abschnitte, genannt “Bauteile”, mit I bis V beziffert wurden, gab es noch die Nebengebäude VI und VII, Pathologie und Isoliergebäude, die im Rohbau fertiggestellt wurden. Auch die Garage mit der Nummer VIII wurde im Wesentlichen hergestellt, allein das Wasserwerk, bezeichnet mit der Nummer IX, stand bei Beendigung der Bauarbeiten 1941 noch in den Grundmauern.

Da der Iran im August 1941 von britischen und sowjetischen Truppen besetzt wurde, mussten die Bauarbeiten unterbrochen werden. Sowohl die Bauleitung als auch die Monteure, die zu diesem Zeitpunkt im Land waren wurden interveniert und später nach Australien gebracht, nach sechseinhalb Jahren kamen sie zurück nach Deutschland. Die Frauen und Kinder kamen 1947 völlig ausgeplündert an der türkischen Grenze an wo sie sich an den Leiter der türkischen Holzmann Niederlassung wandten.

Die Gebäude wurden nach der Besatzung auch innen fertiggestellt und ihrer Bestimmung übergeben. Noch heute werden das Hauptgebäude und die Nebengebäude VI und VII in ihrer ursprünglich zugedachten Verwendungen genutzt. Sie gehören zu den Krankenhäusern der Universität Teheran.

                                                                                                                               

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