Die Kongresshalle Nürnberg

Eine Arbeit von Arthur Schütze und Nadine Wischnewski

Geschichtlicher Hintergrund

Im Jahre 1926 entschied das NS-Regime die künftigen Reichsparteitage in Nürnberg abzuhalten. Der Schauplatz der Parteitage war von 1927 bis 1933 die Luitpoldarena. Der Verlauf der Parteitage im Luitpoldhain zeichnete den Ablauf späterer Reichsparteitage vor. 1934, kurz nach der Machtergreifung Hitlers, forderte dieser neue Planungen zur Umstrukturierung und Erweiterung des Reichsparteitagsgeländes. Diese sahen unter anderem auch die Einbindung einer Kongresshalle für Großversammlungen vor. Die Forderungen Hitlers widersprachen aber den Wünschen der Stadt Nürnbergs, die die einzelnen geplanten Bauvorhaben des Reichsparteitagsgeländes auf verschiedene Standorte innerhalb der Stadtbezirke verteilt sehen wollte. Generalbauinspektor Albert Speer präsentierte jedoch im Herbst 1934 ein neues gesamtplanerisches Konzept für das angedachte Gelände, welches Hitler begeisterte und letztlich auch die Zustimmung des Oberbürgermeisters fand.

Das Bauvorhaben

Mit der Gesamtplanung des Reichsparteitagsgeländes war der Generalbauinspektor Albert Speer beauftragt worden. Die Entwürfe zur großen Kongresshalle stammten von dem Nürnberger Architekten Prof. Ludwig Ruff und dessen Sohn Franz Ruff, der nach dem Ableben seines Vaters mit der Fortführung der Entwürfe beauftragt wurde. Bauherr der Kongresshalle sowie des gesamten Reichsparteitagsgeländes war der „Zweckverband Reichsparteitag Nürnberg“, der am 29.März 1935 geschaffen wurde und dem das Reich, Bayern, die NSDAP und die Stadt Nürnberg angehörten. Die Grundsteinlegung durch Adolf Hitler erfolgte am 11. September 1935 im Rahmen des „Reichsparteitages der Freiheit“. Die neue Kongresshalle sollte zum Reichsparteitag 1943 übergeben werden. Das Innere der Halle sollte genügend Raum für 40.000 Sitzplätze und 10.000 Stehplätze bieten. Die Bühne Adolf Hitlers hätte ein Fassungsvermögen von 2.000 Personen und 1.000 Standarten gehabt. Die überdimensionalen Abmaße der Kongresshalle Nürnberg sollten dazu dienen, die Menschen gleichermaßen zu beeindrucken und einzuschüchtern. Sie zielten darauf ab, dem Bürger zu verdeutlichen, wie klein und unbedeutend er gegenüber der Größe des Regimes sei. Auf Grund der Baubehinderung und späteren Baueinstellung durch den Zweiten Weltkrieg konnte die Kongresshalle Nürnberg nicht fertiggestellt werden. Von den geplanten vier Geschossen wurden nur drei errichtet und auch der Innenraum und die Tribünenreihen sowie das Dach der Halle wurden nie fertiggestellt. Die Gesamtkosten zur Umsetzung des neuen Reichsparteitagsgeländes wurden mit 700 Millionen Reichsmark veranschlagt. Diese Baukostensumme kann in etwa mit einem heutigen Bauvolumen von 2 Milliarden Euro verglichen werden.
Ohne Zweifel handelt es sich bei der Kongresshalle Nürnberg um eines der eindrucksvollsten Bauwerke nationalsozialistischer Zeit welches trotz oder gerade wegen seiner Geschichtsträchtigkeit auch heute noch die Gemüter erhitzt und die Geister scheidet.

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Fotomaterial

Modellansichten

Baustelleneinrichtung

Die logistische Herausforderung dieses Bauvorhabens spiegelt sich eindrucksvoll in der Baustelleneinrichtung wieder.

technische Einrichtungen zur Betonverarbeitung

Eine reibungslose und sichere Betonherstellung war aufgrund der geringen Bauzeit von größter Bedeutung. Um dies zu gewährleisten, wurden in unmittelbarer Baustellennähe Beton-, Zement- und weitere notwendige Fabriken errichtet.

Fundamentplatte

Die folgenden Bilder vermittel einen sehr guten Eindruck über die überdimensionalen Abmaße der einzelnen Fundamentsegmente.

Das Kreuzgewölbe

Die folgenden Bilden geben einen Eindruck von der Bauausführung des Kreuzgewölbes, und den hierbei angewandten technischen Behelfsgeräten.

Die Säulenaufstellung

Aus den Bildern lassen sich Schlüsse über damalige  Transportmethoden ziehen,  sowie über die Aufstellung der Granitsäulen.

Der Baufortschritt