Unterfahrung des Landwehrkanals durch die Nord-Süd-S-Bahn Berlin

Im Rahmen zur Verbesserung der Verkehrsverbindungen in Nord-Süd-Richtung, sowie des Arbeitsbeschaffungsprogramms plante die Deutsche Reichsbahn 1933 die Erweiterung der Berliner S-Bahn, da es zu dieser Zeit neben der U-Bahn in Nord-Süd-Richtung keine Verbindungen zwischen dem Nord- und Südteil von Berlin gab. Im Streckenbild der Berliner S-Bahn gab es zu jener Zeit noch keine Durchmesserstrecke Nord-Süd, schon aber die heutige Ringstrecke, sowie die Ost-West-Verbindung. Aus dem Norden endete die Trasse am Stettiner Bahnhof und aus dem Süden kam man nur bis zum Potsdamer Bahnhof, der heute als Potsdamer Platz bekannt ist.

Anfang der 30er Jahre nahm dann die Führung über den Anhalter Bahnhof bis zum Stettiner Bahnhof, über Friedrichstraße, Brandenburger Tor, Unter den Linden feste Gestalt an, da man einen Massenausgleich mit der Symmetrie der Ost-West-Bahn schaffen wollte.

Die hohe Verkehrsbelastung gerade am Wochenende zwang zu einer Entschärfung der Ring-Bahn, sowie der Ost-West-Verbindung zur Erweiterung der Streckenführung. Die vorherrschenden kurzen Pendelstrecken waren zeitraubend, kostenintensiv und sollten durch die Langstrecke wirtschaftlicher für Personal und Betriebsmittel werden. Die Fahrpläne würden sich vereinfachen und elastischer werden. Dies würde sich auf das gesamte Netz auswirken und eine innere, sowie äußere Geschlossenheit bilden.

1934 wurde mit dem Bau begonnen. Die Nord-Süd-S-Bahn sollte ebenso wie alle bisherigen Untergrundbahnstrecken in der „Berliner Bauweise“ hergestellt werden. Hierzu wird eine offene Baugrube mit Trägerbohlwänden gesichert und über Tiefpumpen wird das Grundwasser abgesenkt. Eine bergmännische Bauweise kam wegen des hohen Grundwasserspiegel und dem damit verbundenen hohen Risiko nicht in Frage.

Der nur 24,00 m breite und außerdem stark gekrümmte Wasserlauf des Landwehkanals erschwerte eine Unterteilung des Kanals in zwei Bauabschnitte. So wurde anders als bei der Spreeunterfahrung, dieser Bauabschnitt in einem Zeitraum von nur sechs Monaten  errichtet und eine Sperrung des Kanals in den Wintermonaten 1934/35 in Kauf genommen.

 

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Eine Arbeit von Sarah-Lynn Czyborra, Paul Röhrig und Lilly Berndt