Die Bagdadbahn

Eine Arbeit von Kübra Sahar und Sevda Yosul

Wohl kaum ein Projekt hat Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts für so viel Wirbel in der europäischen Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur gesorgt wie der Bau dieser Eisenbahnlinie.

Die 1.600 Kilometer lange Bagdadbahn, welche in den Jahren 1903 bis 1940 im Osmanischen Reich errichtet wurde, beschreibt die Eisenbahnstrecke von Konya (Türkei) nach Bagdad (Irak). Die Strecke stellt die Fortsetzung der Anatolischen Bahn von Konya über Adana, Aleppo und Mosul bis nach Bagdad dar, die sich nach einer Erweiterung bis nach Basra am Persischen Golf erstreckt.

Die Oberleitung der Bauausführung übernahm der Komiteevorsitzende der anatolischen Eisenbahn-Gesellschaft Otto Riese, der dem Hauptsitz der Holzmann AG in Frankfurt ein gesondertes Hauptbüro der Gesellschaft anschloss. Dieses war hauptsächlich mit Mitarbeitern von Holzmann besetzt. Die Aufgaben des Baubüros bestanden darin, die Verwendung der Baugeldmittel zu überwachen, allgemeine Arbeitspläne aufzustellen,
Sonderentwürfe für größere und wichtige Bauwerke zu bearbeiten, die erforderlichen geschulten Mitarbeiter für die Bauausführung anzustellen und außerdem den Transport der Baustoffe und Baugeräte, die nicht an den Baustellen selbst beschafft werden konnten, zu beschaffen.
Die leitenden Ingenieure wurden für dieses Projekt von der Firma Holzmann AG angestellt und von dort an die Baustellen entsandt.
Die jeweiligen Bauabteilungen waren als technisch und administrativ selbständige Dienststellen ausgebildet. Die Zentrale beinhaltete das Sekretariat, das Technische Büro, die Buchhaltung, die Materialverwaltung und den Sanitätsdienst. Nun konnte mit dem Bau der Bagdadbahn endlich begonnen werden. Zur Risikoverminderung einigten sich die Deutsche Bank und die Türkische Regierung die Eisenbahnlinie in Etappen von je 200 Kilometern zu bauen. Der Stahlkonzern Krupp erhielt Großaufträge für die Schienen ebenso wie die in München basierten
Lokomotivfabriken Krauss und Maffei. Aufträge für weitere Baumaterialien sowie Waggons und Lokomotiven wurden der Hannoverschen Maschinenbau AG, der Gutehoffnungshütte, dem Aachener Hüttenverein, der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg und Borsig in Berlin
zugewiesen.

Ausführlicher Text zum Herunterladen: Die Bagdadbahn