Holzmann in Nahost

Isabel Lindacher (Studiengang Bibliotheksmanagement der FH Potsdam) hat sich in ihrer von Prof. Dr. Angela Schreyer betreuten Bachelorarbeit (2011) mit folgendem Thema auseinandergesetzt:

Philipp Holzmann in Nahost –
kulturhistorische Aspekte in der Bilddokumentation des Bauunternehmens

Die Einleitung zur Arbeit:

Die Philipp Holzmann AG, seinerzeit eines der größten Bauunternehmen weltweit, hat nach ihrer Insolvenz 1999 und 150jähriger Unternehmensgeschichte eine umfassende Foto- und Plansammlung hinterlassen. Diese Sammlung ist in diversen Findbüchern erfasst und in verschiedenen Teilen Deutschlands in Archiven untergebracht, jedoch noch nicht wissenschaftlich ausgewertet und in der Tiefe erschlossen. Geplant ist, dass die Fotosammlung nicht nur archivarisch korrekt aufbewahrt, sondern in Zukunft auch geschichts- und bauhistorisch interessierten Menschen (durch das Internet) zugänglich gemacht werden soll.
Einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte die Firma vor allem durch ihre zahllosen Bauprojekte im Ausland, wo sie hauptsächlich in Südamerika aber auch im Nahost-Gebiet marktführend war.
Letztere Region soll den Schwerpunkt dieser Arbeit bilden. Dass die fotografisch erfassten Bauprojekte über die Jahrzehnte nicht nur die Bauausführung in ihrer handwerklichen und technischen Dimension dokumentieren, sondern als stumme Zeitzeugen auch eine kulturhistorische Bewertung zulassen können, liegt nahe. Die Bauprojekte fanden stets in einem spezifischen politischen und gesellschaftlichen Rahmen statt und sind untrennbar von diesem zu betrachten. Die vorliegende Arbeit will hierzu einen Ansatz liefern, und beschränkt sich dabei aus praktischen Gründen auf den Zeitraum 1900 bis 1970.
Zu Beginn dieser Arbeit wird ein kurzer Überblick über den Fotobestand der Philipp Holzmann AG gegeben. Wo und wie lagert er und in welcher Qualität und Anzahl sind die untersuchten Fotobestände? Was leistet die „Fotografische Anthropologie“ zur Bewertung von Fotos?
Das dritte Kapitel stellt auf einführende Weise die Geschichte des Nahen Ostens dar: Welche Länder umfasst diese Weltregion und wie haben sich diese im Laufe der Jahrhunderte verändert? Unverzichtbar ist hierbei die Bezugnahme auf Aspekte der Religionen und Gesellschaftsstruktur. Auch wenn die Fotos das eigentliche Untersuchungsobjekt darstellen, lassen sich die oben genannten Gesichtspunkte nur fragmentarisch aus den Fotos rekonstruieren – verwendet wird folglich Fachliteratur.
Die beiden Hauptkapitel „Philipp Holzmann im Nahen Osten“ und „Von Kon-stantinopel bis Bagdad – der Bau der Bagdadbahn“ bilden die Schwerpunkte dieser Bachelorthesis. In ihnen soll anhand der Fotografien der soziokulturelle Aspekt des Bauens dargestellt werden. Welche und wie viele Bauprojekte wur-den im genannten Zeitraum durch die Firma Philipp Holzmann realisiert, wie wirkte sich dies etwa auf die Menschen und die Wirtschaft aus?
Ein Fazit soll die Frage beantworten, welchen Wert die Bilder kulturhistorisch ausmachen und für welche Zielgruppe sie folglich interessant sein können. Die gewonnen Erkenntnisse über die kulturhistorische Auswertungsarbeit einer solchen Fotosammlung werden abschließend gebündelt.

Hier noch eine im Rahmen der Arbeit erstellte Dokumentation zu den Bildern

Eisenbahnbau in Persien, Probestrecke 1929-31

Ausbau des Hafens Suez in Ägypten 1924

Universitätsklinik Teheran, Iran 1940/41

Bagdad-Bahn

Bagdadbahn, Adana, Türkei

Umschlag Nr. 1837/2
Bauprojekt: Bagdadbahn (Bilder von Herrn Ochs)
Ort: Adana
Zeitraum: 1909 – ca. 1918 Bildumfang gesamt: 206 + 1 Bauplan digitalisiert: 43

Bagdadbahn, Konstantinopel

Umschlag Nr. 23
Bauprojekt: Bagdadbahn
Ort: Konstantinopel, Türkei
Zeitraum: 1911-1918
Bildumfang gesamt: 100 digitalisiert: 15

Bagdadbahn, Taurusgebirge, Belemedik, Adana

Umschlag Nr. 1837/1
Bauprojekt: Bagdadbahn (Bilder von Herrn Ochs)
Ort: Taurusgebirge, Belemedik, Adana, Türkei
Zeitraum: 1913-29
Bildumfang gesamt: 250 (- ≥ 29) digitalisiert: 50 (- 29)

Bagdadbahn, Türkei